Rechtliche Grundlage

Die rechtliche Grundlage für den Vorbereitungsdienst bildet die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (APVO-Lehr und deren Durchführungsbestimmungen). Inhaltliches Ziel ist die Professionalisierung in den durch die Prüfungsverordnung des Landes Niedersachsen vorgegebenen Kompetenzbereichen Unterrichten, Erziehen, Beurteilen-Beraten-Unterstützen-Diagnostizieren-Fördern, Mitwirken bei der Gestaltung der Eigenverantwortlichkeit der Schule und Weiterentwickeln der eigenen Berufskompetenz sowie Personale Kompetenzen. Im zweiten und dritten Abschnitt der APVO-Lehr sowie in den Durchführungsbestimmungen sind die Bereiche Ausbildung und Staatsprüfung geregelt. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der wesentlichen Elemente.

Die in drei Ausbildungshalbjahre gegliederte Ausbildung in Pädagogik und zwei Unterrichtsfächern erfolgt am Studienseminar sowie an öffentlichen Schulen oder anerkannten Ersatzschulen der jeweiligen Schulform.

Im Studienseminar werden die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst monatlich acht Stunden im pädagogischen Seminar und je sechs Stunden in den fachdidaktischen Seminaren ausgebildet. Die Veranstaltungstermine, die auch Module beinhalten, sind im  halbjährlich gültigen Organisationsplan festgelegt. In den pädagogischen Seminaren und den Fachseminaren erfolgt die kompetenzorientierte Ausbildung auf der Basis von aufeinander abgestimmten Seminarlehrplänen. Diese bilden, ergänzt durch modularisierte Ausbildungselemente, das Seminarcurriculum. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Zusatzqualifikationen weitere Kompetenzen zu erwerben.

In den Schulen erteilen die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst wöchentlich durchschnittlich 12 Stunden Ausbildungsunterricht. Dieser wird anteilig in eigener Verantwortung sowie unter Betreuung durch eine Fachlehrkraft erteilt. Im Rahmen der 18monatigen Ausbildung sind insgesamt 20 Stunden eigenverantwortlicher Unterricht und 16 Stunden betreuter Unterricht zu erteilen.

Die Ausbildenden des Studienseminars besuchen die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst im Ausbildungsunterricht. Im Anschluss werden Qualität und Mängel des Unterrichts unter Berücksichtigung des Kompetenzzuwachses erörtert. Eine Benotung  der Unterrichtsbesuche findet nicht statt. (s. Durchführungsbestimmung zur APVO-Lehr, zu § 7, 5.4).

Bis zum Ende des zweiten Ausbildungshalbjahres ist eine schriftliche Arbeit über ein Vorhaben oder ein Thema aus der schulischen Praxis anzufertigen, das sich auf in der Anlage genannte Kompetenzen bezieht. Am Ende des vierzehnten Ausbildungsmonats wird die Ausbildungsnote gebildet. Dazu werden die Leistungen der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst durch die drei Ausbildenden des Studienseminars (Fach 1, Fach 2, Pädagogik) sowie die Schulleitung bewertet. Auch die Bewertung der schriftlichen Arbeit (s. § 9 (2) APVO-Lehr) fließt zu gleichen Teilen in die Ausbildungsnote ein.

Die Staatsprüfung (i.d.R. im letzten Quartal der Ausbildung) besteht aus dem Prüfungsunterricht in zwei Fächern und einer mündlichen Prüfung. Diese drei Prüfungsteile bilden die Prüfungsnote. Die Gesamtnote der Staatsprüfung errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel des Punktwerts der Ausbildungsnote und des Punktwerts der Prüfungsnote. Die errechnete Zahl (Punktwert der Gesamtnote) wird einer Note (Gesamtnote) zugeordnet. Die Staatsprüfung ist bestanden, wenn die Gesamtnote und die Prüfungsnote mindestens „ausreichend (4)“ lauten.

Kompetenzorientierte Ausbildung

Um den Anschluss an die im Studium erworbenen Kompetenzen zu sichern und deren Weiterentwicklung individuell zu unterstützen, führen die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in unserem Studienseminar ein ausbildungsbegleitendes Entwicklungsportfolio. Dieses nicht benotete Portfolio umfasst ein sogenanntes ‚Selbstportrait‘, um die eigene Berufskompetenz ausgehend von einer Skizzierung der Lernbiografie (Standortbestimmung) weiterzuentwickeln, sowie zwei individuelle Kompetenzentwicklungsaufgaben (KEA). Die fachbezogenen, individuellen Kompetenzentwicklungsaufgaben dienen der Auseinandersetzung mit einer selbst gewählten Fragestellung. Auch in den Seminarveranstaltungen werden Kompetenzentwicklungsaufgaben (KEA – exemplarisches Beispiel) zur gemeinsamen oder auch individuellen Bearbeitung als didaktisches-methodisches Element eingesetzt.

In Zusammenhang mit den Unterrichtsbesuchen sowie dem Gespräch über den Ausbildungsstand (s. § 10 (1) APVO-Lehr) wird der Kompetenzstand in den fünf Kompetenzbereichen gem. APVO-Lehr eingeschätzt und die Rückmeldung in einem seminarintern entwickelten Evaluationsbogen dokumentiert.

Ein großer Teil der Ausbildenden unseres Studienseminars ist zugleich in der Praxisphase des Masterstudiums als „Lehrkraft im Praktikum“ (LIP) tätig. Auch dieser Umstand trägt zur Sicherung des Anschlusses an die im Studium erworbenen Kompetenzen bei und unterstützt ihre Erweiterung und Vertiefung im Laufe des Vorbereitungsdienstes.

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